Aktuelle Situation der SARS-CoV-2 Infektionen bei Kindern und Jugendlichen in Österreich (11.09.2020)

Bis 8. September sind in Österreich ca. 30.000 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Davon waren 415 (1,4%) unter 5 Jahre alt und 1351 (4,5%) zwischen 5 und 14 Jahre alt. Wie schon im Juli zeigt sich weiterhin eine überdurchschnittliche Zunahme der kindlichen Fälle: Während zu Beginn der Schulferien (Anfang Juli) 3,7% der bis dahin positiv getesteten Personen Kinder (unter 14 Jahren) waren, ist dieser Anteil bis Schulbeginn im September auf 5,9% der Gesamtinfizierten angestiegen. Oder – anders ausgedrückt – ist die Zahl der Gesamtinfizierten in den Sommermonaten um ca. 60% gestiegen, während die Zahl der Infizierten Kinder im selben Zeitraum um 165% angestiegen ist. Ob dieser überproportionale Anstieg der (nachgewiesenen) kindlichen Infektionen während der Ferienmonate durch unspezifische Schwankungen oder veränderte Teststrategien in unterschiedlichen Altersgruppen verursacht wurde oder einer tatsächlich veränderten Altersverteilung entspricht, lässt sich nicht sicher beantworten. Die Ferien-bedingte Schließung der Schulen hat aber offensichtlich NICHT zur Reduktion von kindlichen Infektionen geführt.

 

Weiterhin bemerkenswert ist, dass nur ein sehr geringer Teil (ca. 6%) der SARS-CoV-2 infizierten Kinder Kontakt mit Kinderabteilungen hatten. Bis Mitte September waren 115 Kinder und Jugendlichen mit SARS-CoV-2 in (ambulanter oder stationärer) Betreuung an österreichischen Abteilungen für Kinder- und Jugendheilkunde, davon 39 stationär und 6 in Behandlung auf Intensivstationen. Zum Zeitpunkt der Erhebung (Mitte September) waren 2 Kinder wegen einer SARS-CoV-2 Infektion stationär, eines davon, ein Neugeborenes, auf der Intensiv-Station. Es wurden 7 pädiatrische PatientInnen mit Hyperinflammationssyndrom (PIMS-TS, MIS-C) gemeldet, dabei konnte bei 4 eine akute oder abgelaufene Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen werden, bei den übrigen 3 gelang ein solcher Nachweis nicht.

 

Der herbstliche Schulstart sorgt bei vielen für Verunsicherungen, manche befürchten eine vermehrte Verbreitung in den Schulen. Dabei geben aktuelle Studien aus Skandinavien, Großbritannien und Australien Grund zur Entwarnung: In Schweden sind trotz geöffneter Schulen gleich wenige Kinder infiziert wie in Finnland, wo die Schulen geschlossen wurden. In Großbritannien gab es im ersten Monat nach der Schulöffnung bei über einer Million Schülern nur 70 Corona-Fälle. In Australien gab es in der Zeit vor den Ferien nur vereinzelte Fälle in Schulen und nur einen einzigen Cluster in einem Kindergarten – der Indexfall war dabei ein Erwachsener. Auch sonst zeigt sich, dass die Infektionsketten meist von Erwachsenen ausgehen und Kinder die Infektion seltener weitergeben.

Während SARS-CoV-2 Infektionen also offensichtlich in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen nicht überproportional auftreten, wird die Abgrenzung zwischen COVID-19 und anderen respiratorischen Infektionen bei Kindern im Herbst eine große Herausforderung.

Wir haben die entsprechenden Details und links in unserer Literatursammlung ergänzt um einen Überblick über die echten und praxisrelevanten Neuerungen zu erleichtern.

 

 

Was ?

Erstellt von

Vorgelegt/ausgewählt von

Letzte Aktualisierung

Steckbrief COVID-19

Inselspital Bern, CH

H.J. Dornbusch

18.09.2020

Aktuelle österreichische Zahlen

(Dashboard)

Bundesministerium

 

täglich

Diverse aktuelle Literatur

Diverse Autoren

V. Strenger, R. Kerbl

23.07.2020

Empfehlungen und Handlungsanweisungen

H.J. Dornbusch et al.

H.J. Dornbusch et al.

13.10.2020

Stellungnahmen der ÖGKJ

D.Karall, R.Kerbl, A.Pollak et al.

 

06.10.2020

Fallmeldungen in Register

F. Götzinger u.a.

   

Sonstige Erhebungen / Umfragen

A. Egmond-Fröhlich u.a.

 

18.08.2020

Weitere ausgewählte Links

V. Strenger, R. Kerbl

  18.06.2020

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.